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Monthly Archives: September 2014

DVD-Cover_front

2013, 35 Min.

Sechs junge Menschen arbeiten eine Woche lang am Stein, unter Anleitung der Bildhauerin Astrid Raimann. Die Aufgabe: Finde deine Form. Wir sehen sie bei der Arbeit und erfahren, was sie dabei bewegt, wie sie zu ihrer Form kommen.

In den Arbeitspausen sprechen sie über die Schule, über Freunde, über ihre Interessen und Pläne, über ihre Familie. Sie sprechen auch über den Klinikalltag. Und warum sie hier sind: in der Psychiatrie.

Dies ist der 11. von Künstler_innen angeleitete Workshops für junge Patient_innen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, den KUNST IN DER KLINIK e.V. jedes Jahr in den Sommerferien organisiert. Es ist die 2. Steinbildhauerwerkstatt, davor gab es einen Videoworkshop, eine Comicwerkstatt, Marionettenbau und –Spiel, 2x Kreatives Schreiben/Theaterimprovisation und 4x Malerei.

Der Film zeigt die Arbeit im Workshop 2013, interviewt die Teilnehmer_innen und die Leiterion und beleuchtet den Hintergrund des Projekts: KUNST IN DER KLINIK ist Teil des Projekts „Idiotenfriedhof“, ein lebendiges, auf die Zukunft gerichtetes Mahnmal für die behinderten und psychisch kranken Kinder, die  im Rahmen der Kinder–„Euthanasie“–Aktion von NS-Ärzten umgebracht worden sind.

Diesen Film kann man  über das Kontaktformular bestellen. Er kostet 12 €.

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S+E

Eine Fülle von Texten ist in dieser Woche entstanden: kurze Texte, konzentriert wie Gedichte, lange Texte, Steckbriefe, gemeinsam geschriebene Assoziationsketten und –brücken, lustige Texte und schwere Texte. Sookee und die Teilnehmerinnen des Workshops „Kreatives Schreiben“ haben die Texte an Stellwände gehängt, auf den Boden geklebt, in die Luft gehängt – und vorgetragen. Alle Texte waren anonymisiert, es war nicht zu erkennen, wer was geschrieben hatte. Außerdem gab es ein Zeichensystem, mit dem jeder Besucher entscheiden konnte, z.B. schwere Texte zu lesen oder nicht. Respekt, Rücksicht, Schutz und Selbstschutz waren immer wieder Thema in dieser Woche.

y 

Es gab eine

  • Sammlung schöner Worte: Himmelsrand, Eichhörnchen!! Feuer, Liebe, Melancholie, Pudding, Kekse, Wort, Schmetterling, Regenbogen, Eleganz, Mut, Hinterland, Glück, Magie, Karibik, Traum, Pups, Schokolade, Melodie, wundervoll, Traum, Weise, Neon, Einhorn, Erdbeere, Himmel, Sommer

und eine

  • Sammlung doofer, hässlicher, nicht so schöner Worte: Egoismus, Bild, Durchfall, Tür, Krätze, Physik, Bombe, Zuckerwatte, Punkt, Pappe, Stuhl, Platte, paradox, Matte, Denken, Stolzzzzz, Motte, Lichtschalter, Mathe, Blatt, KKK, hysterisch, Kontakt, Gymnasium

und noch eine

  • Sammlung missverständlicher, unklarer, schwieriger, Fragezeichen-aufgebender Worte

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  • Man konnte hören und lesen, was der Regen sagen würde, wenn er zu uns sprechen könnte.
  • Wir hörten, dass die depressive Katze, die noch dazu eine psychosomatische Störung hat und heute keine Maus gefangen hat, lernen muss, dass sie Fehler machen darf und dass man im Leben nicht alles haben kann.
  • Wir hörten das Gedicht vom Krümelkeks, der allein und ohne Freunde im Gemüsebeet lebte.
  • Eine liebevoll – bewundernde – kritisch / weise Ansprache der Erde an ein „Du“.
  • Wir hörten und lasen, was heute alles nicht gemacht wurde,
  • und einen Versuch über die Frage, was Liebe ist.
  • Erstaunliche Weisheiten ergaben sich aus absurden Fließtexten nach dem Muster von Onkel Otto in der Badewanne („Friedliche Menschen müssten mehr Mist machen als die anderen.“ „Gute Nachrichten kommen gediegen aus dem TV.“ „Tanz mit mir, möglichst lange im Gewitter.“)
  • Außerdem: Gedanken darüber, was eigentlich ein Text ist,
  • eine Sammlung: „Dinge, die ich in den letzten Jahren über das Mädchen/Frau sein gelernt habe“,
  • außerdem darüber, was gut und nicht so gut ist für Kreativität.
  • Es gab eine Geschichte ohne Happy end im Regen,
  • ein Selbstporträt als Künstlerin,
  • einen Brief an sich selbst („Liebes Ich“)
  • und Kurztexte, konzentriert wie Prosagedichte, die unter die Haut gingen.
  • Jede Teilnehmerin hat einen Steckbrief gestaltet – so unterschiedlich wie das Leben selbst. Rubriken u.a.: `wichtigste Charaktereigenschaft´, `schönste Beobachtung in der Natur´, `größter Lebenstraum´, `Lieblingskörperteil´, `das Wichtigste überhaupt´.

Das Publikum war sehr beeindruckt.