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Am Freitag stellten die Teilnehmer*innen des Literaturworkshops in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Marsberg einige Ergebnisse ihrer Arbeit vor.

 

Lebens-Sätze, Leit-Sätze

Jede*r stellte sich mit kurzen Statements vor. Originelle, persönliche Sätze voller Hoffnung, Weisheit und Fantasie

 

Eine Geschichte in drei Teilen

  1. Jemand sitzt an einem großen Stein
  2. Was vorher war
  3. Zehn Jahre später

 

Das Publikum war auch gefragt:

Sieben Klemmbretter, jedes mit einem anderen Anfangssatz, gingen herum. Das Publikum war eingeladen, daran weiterzuschreiben, bis die Geschichte fertig war. Erstaunlich, was beim spontanen Schreiben an Fantasievollem zustande kommen kann!

Berührend auch, wie sehr sich die Lebenswirklichkeit der Besucher, die meisten von ihnen Patient*innen, in den Texten spiegelt. Und wenn es nur um eine Katze ging, die immer wieder überfahren wird, sich erinnert, dass sie sieben Leben hat – und beim siebten Überqueren der Straße NICHT überfahren wird.

Dieses Literatur-Spiel mit dem Publikum gab einen schönen Einblick, wie kreativ und intensiv es in der Literaturwoche mit Mirijam Günter zugegangen war. Entsprechend begeistert waren die Rückmeldungen der Teilnehmer*nnen.

„Ich bin froh, dass ich nicht früher entlassen worden bin, dann hätte ich den Literaturworkshop nicht mitmachen können.“ (Eine Teilnehmerin)

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Fremde Welten erkunden – genauso wichtig für Schriftsteller wie das Schreiben

 

 

 

3. Teil der Fantasie-Geschichte: Zehn Jahre später…

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Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Erinnern literarisch. Lebens-Sätze. Lieblings-Lebenssätze

Vierzehnter Workshop von Kunst in der Klinik: eine Woche mit dem Theater Luftschloss. Mit Saskia Hinze und Hanna Pelikan lernen sechs junge Menschen, wie sie mit Körper, Bewegung, Stimme, Text und Ausdruck ihre Ideen auf die Bühne bringen. Vorgegeben war das Thema: „Expedition nach Atlantis – We all sound the same under water“, die Berufe der Expeditionsteilnehmer*innen (Bauer, Poet, Wissenschaftler, Magier, Soldat, Philosoph). Die Eigenschaften, Ziele, Wünsche der Figuren, Handlung und Szenen entwickeln die Teilnehmer*innen nach ihren Vorstellungen. Es sind positive Figuren, das scheint ihnen wichtig zu sein. Die Ideen sprudeln nur so. Alle sind hochmotiviert.

Sie spielen sich frei. Dabei hilft es, dass schon am ersten Tag aus den Teilnehmer*innen, die sich vorher z.T. nicht kannten, eine Gruppe wird. Die vier Mädchen und zwei Jungen achten sehr darauf, dass alle zum Zug kommen und haben immer die Anderen im Blick. Schöne, zugewandte und achtsame Athmosphäre.

Am dritten Tag steht das Stück.

„Eigene Wege gehen“ ist der Arbeitstitel des Tanztheaterprojekts in der psychiatrischen Kinder- und Jugendklinik Marsberg dieses Jahr. Fünf junge Menschen in einer besonderen Lebenssituation haben in dieser Woche mit ihren Füßen, mit ihrem Körper, mit Bewegung und Musik eigene Wege gefunden, sich auszudrücken. Ute Seddig, Tanztherapeutin aus Köln, hat sensibel und mitreißend Wege gezeigt, wie das gehen kann. Diese fünf Mädchen haben eine Woche lang hart gearbeitet und hoch motiviert etwas Außergewöhnliches geschaffen.

Formen und Bilder werden eine Geschichte. Ein Muster beschleunigt sich bis zur Auflösung.
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Drama
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Solo

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Choreografie
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Tanzen!

Slow Motion

Das Publikum ist begeistert. Standing ovations.

Vierter Tag
Heute nochmal harte Arbeit. Letzte Feinheiten. Üben. Proben für morgen. Die Performance ist öffentlich. Du bist herzlich eingeladen. Morgen, Freitag, 24.7. im Festsaal der LWL-Klinik Marsberg, Bredelarer Str. 33. Um 14.00 Uhr

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Trotz warm-schwülem Wetter steht die Performance. Jetzt schon. Die Musik ist auch zusammengestellt. Diese Mädchen sind so begeistert. Und unglaublich schnell. Heute musste es entspannt angehen, es ist richtig anstrengende Arbeit.

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Aus dem, was gestern war, auswählen, was am besten gefallen hat. Gute Musik. Tanzen. Zusammen. Allein. Die Mädchen sind hoch motiviert. Sie verabreden sich für die Freizeit, um Musik für die Abschlussperformance zusammen zu stellen. Es ist heiß. Es gibt Obst und Sprudel von der Klinik. Eva organisiert kongenial im Hintergrund.

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Montag: Sechs junge Mädchen aus verschiedenen Stationen der Jugendpsychiatrie kommen zum Festsaal. Kennenlernen. Eine Gruppe werden. Spiegeln: Eine nimmt eine ausdrucksvolle Haltung ein – eine andere stellt diese nach. Wie fühlt sich das an? Gar nicht so einfach. Jede legt, stellt, setzt, bewegt sich an einen Platz im Raum, in einer Haltung, Bewegung, die heute passt. Die Plätze und Formen tauschen. Ein Ablauf entsteht. Erste Formen und Choreografien. Gemeinsame Bewegung.

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Nächste Woche ist es wieder soweit: Montag beginnt der diesjährige Workshop in der LWL-Klinik Marsberg (Kinder- und Jugendpsychiatrie). Ute Seddig aus Köln bietet Tanztheater an. Seit 2002 organisiert Kunst in der Klinik e.V. diese Workshops als lebendiges Mahnmal für „Euthanasie“-Opfer des Nationalsozialismus. Tanz hatten wir noch nicht. Wir sind alle sehr gespannt.